Wandern und Wellness

Ein Wochenende Auszeit. Pause vom Alltag. Das war das Motto. Ein Geschenk an meine Mama. Und ein kleines bisschen auch an mich selbst. Gutes Essen, eine traumhafte Landschaft und ein bisschen Wellness. Ich hatte schon fast vergessen, wie verdammt gut die Bergluft tut.

Punkt 15 Uhr sind wir in Brand angekommen und durften direkt unser Zimmer im Walliserhof beziehen. Ich hatte das Boutique-Hotel auf der Website travelcircus.de entdeckt und direkt bei einem Spezial-Angebot zugeschlagen. Das mal nur kurz vorneweg: ich bekomme für meine jetzt folgende Schwärmerei keinen Cent. Das Hotel im Brandertal ist wunderschön gelegen an einem Gebirgsbach und mit toller Aussicht auf das umliegende Gebirge. Lockere Gemütlichkeit, Charme & Herzlichkeit flimmern durch das Hotel. Alles mit viel Liebe ausgewählt. Und damit meine ich nicht nur die Einrichtung. Auch das Essen ist etwas ganz Besonderers. Regionale Zutaten liebevoll zubereitet. Kurz gesagt: Eine tolle Mischung aus alpenländischem Hüttenflair, Tradition und modernem, jungem Lifestyle.

Um möglichst viel von unserem Wochenende zu haben, sind wir am Freitagmorgen um 9 Uhr losgefahren Richtung Österreich. Da wir die Maut umgehen wollten, haben wir eine Route ohne Autobahn gewählt. Das hat zwar eine Stunde länger gedauert, dafür sind wir durch schönste Dörfer in der Schweiz gefahren und haben unsere Mittagspause mit eingepacktem Vesper nicht auf einem Rastplatz mit vorbeirauschenden Autos, sondern auf einer Bank am Waldrand mit Blick auf eine Kuhweide gemacht.

Schon beim Betreten unseres Zimmers waren wir direkt begeistert. Sehr hell und hübsch eingerichtet. Das Hightlight: Eine große Fensterfront mit Blick auf das Alpenpanorama vom Bett aus. Viele kleine Details gab es zu entdecken, wie zum Beispiel die Garderobe aus alten Mistgabeln.

Wanderung zum Kesselfall

Nachdem wir unsere Koffer abgestellt hatten, schmissen wir uns in leichte und gemütliche Wanderkleidung. Noch ein paar Stunden bis zum Abendessen blieben uns und so entschieden wir uns für eine kleine Wanderung als Einstimmung in unser Wochenende in den Bergen.

Der Weg führte uns zunächst entlang des Bachlaufs durch den Ort. Vorbei an hübschen Häuschen und Hütten ging es immer weiter durch das Innertal. Am Haus Seekopf führt der Güterweg leicht ansteigend, vorbei an Ziegen und Schafen und schließlich über eine Kuhweide bis wir die Abzweigung Kesselfall nehmen. Nach rechts hinüber in die Bachschlucht und zur Brücke über den Kesselfall – ein Naturdenkmal in Brand. Der Alvier stürzt dort tosend und schäumend durch eine ca. 40 Meter tiefe Klamm. Schaut man hinunter, wird einem ganz schwindelig.

Abendessen und Frühstück

In der Walliserhof Küche wird auf künstliche Zusatzstoffe verzichtet und der Fokus liegt auf regionalen Lebensmitteln. Sei es das Ringelschwanzschwein vom Bauern nebenan, Obst und Gemüse aus der Umgebung oder ausgesuchte Weine aus der Region. Zum Frühstück kann sich jeder der möchte einen Saft machen. Frisches Obst und Gemüse direkt in den Entsafter. So kann der Tag starten.

Bergluft und Bewegung machen Hunger. Und so war es nicht verwunderlich, dass wir uns auf dem letzten Stück unserer Wanderung schon einmal ausmalten, was es zu Essen geben würde. Ich hatte schon im Voraus ein 3 Gänge Menü für uns gebucht und so waren wir ganz gespannt, was wir bekommen würden. In sehr gemütlicher Atmosphäre wurden wir im ‚Hochsitz‘, so nennt sich das Hoteleigene Restaurant , kulinarisch verwöhnt. Regional ursprünglich neu interpretiert – gschmackige Kreationen für hungrige Aktive, die abwechslungsreichen Genuss schätzen. Heißt es. Da kann ich nur zu 100 Prozent zustimmen.

Wanderung mit schönster Aussicht auf den Lünersee

Wir laufen los. Unser Ziel: die Totalphütte auf 2385 Metern Höhe. Was dann passiert, hätten wir schöner nicht planen können. Stück für Stück lichtet sich der Nebel und der See enthüllt sich. Angler haben sich schon am Ufer positioniert und es herrscht eine friedliche Stille. Nach kurzer Zeit kommt die Sonne durch und wir sind schon fast an der Abzweigung kurz vor dem Anstieg.

Nach einem gemütlichen und ausgiebigen Frühstück am Samstag Morgen machten wir uns auf zu unserer Wanderung. Morgendlicher Nebel und ein regenverhangener Himmel schreckte uns nicht ab. Wir wollten in die Berge. Gestartet sind wir mit dem Auto bis zur Talstation der Lünerseebahn. Nach einer kurzen Fahrt mit der Seilbahn durch dickste Nebelschwaden fanden wir uns auf der Terrasse der Bergstation wieder. Von dort soll man angeblich einen tollen Blick auf den Lünersee haben. Doch wir sehen nichts. Rein gar nichts. Außer Nebel.

Dann geht es etwa 2 Stunden steil bergauf. Wir machen hin und wieder eine Pause und genießen die Aussicht auf den See mit seiner atemberaubenden Farbe. Das Panorama ist einfach toll und wir vergessen die Anstrengung. Die letzten Meter sind hart. Die Sonne knallt. Doch dann nach einer letzten Biegung sehen wir die Totalphütte, wie sie da auf einem Felsen thront.

Oben angekommen stärken wir uns mit einem alkoholfreien Weizen. Auch wenn der Wind dort oben ordentlich pfeift, genießen wir die Sonnenstrahlen. Anschließend setzen wir uns um die Ecke auf Liegestühle und verputzen unser mitgebrachtes Vesper. Ruhen uns noch kurz aus, bevor es an den Abstieg geht.

Wir nehmen den Weg auf der gegenüberliegenden Seite wieder nach unten. Dieser führt uns einmal um den Berg herum und wir haben fast die ganze Zeit wieder einen herrlichen Ausblick auf den Lünersee.

Unsere Route findet ihr übrigens auch hier nochmal genau erklärt.

Wieder unten am See angekommen zieht schon wieder Nebel auf. Wir laufen auf der anderen Seite des Sees wieder zur Bergstation und haben so fast den ganzen See umrundet. Ich staune immer wieder, wie wenig Wasser der See hat. Habe ich doch auf Bildern gesehen, dass man direkt am Wasser entlang läuft… Das letzte Stück führt uns über einen Wall und an unserem Ausgangspunkt angekommen bietet sich uns fast das gleiche Bild wie am Morgen: ein in Nebel verhüllter See. Ich finde aber das hat was. Und kann gar nicht genug Fotos machen.

Wellness im Gletscherspa

Nachdem das dann doch einige Höhenmeter waren, die wir da heute gemeistert haben, schmerzen uns die Glieder. Mittlerweile ist das Wetter auch perfekt für ein bisschen Wellness im hauseigenen Gletscherspa. Also in die Bademäntel (in qietschgelb). Fertig. Los!

Wir entspannen in der Kräutersauna mit Blick nach draußen und schalten ab. Zwischen den Saunagängen legen wir uns im Außenbereich auf die Liegestühle und lauschen dem Rauschen des Baches, der direkt unter uns vorbeiplätschert. Die Schesaplana – der höchste Berg des Rätikongebirges – mit im Blick.

Auch hier ist alles ganz liebevoll gestaltet und lädt zum Wohlfühlen ein. Obst steht bereit und sowohl heißes Wasser für einen Tee, als auch kaltes Wasser aus dem Brunnen. Den Pool nenne ich liebevoll Bällebad. Aber mal ganz im Ernst. Es ist total beruhigend unter den Wabenbällen seine Bahnen zu ziehen. Machen wir am Sonntag morgen nämlich direkt nach dem Aufstehen.

Nach dem Frühstück ging es für uns am Sonntagmorgen wieder Richtung Heimat. Diesmal wählten wir die Route am Bodensee entlang und haben in Konstanz für einen Kaffee direkt am See angehalten. Ein schöner Ausklang von einem total schönen Wochenende mit meiner Mama.

 

So und nun ist der Artikel sehr viel länger geworden, als er eigentlich geplant war. Doch wie das manchmal so ist… das Foto noch. Und das noch. Und hier noch ein bisschen Text. Was ich eigentlich sagen möchte: schön, wenn du bis hier unten durchgehalten hast! Und weil ich immer noch ein paar Fotos übrig habe, gibt es noch eine kleine Bildergalerie. Dann ist aber auch wirklich Schluss.

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