Fitz der Aussie

So langsam wird es aber auch mal Zeit unseren neuen Mitbewohner auch hier mal vorzustellen. Stolze 5 Monate ist er heute alt und vor genau 3 Monaten ist er bei uns eingezogen. Wie die ersten Monate mit so einem Hundekind waren? Ich berichte…

Schon seit einigen Jahren kommt immer wieder der Wunsch auf: wir wollen einen Hund. Doch dann passt es immer irgendwie grade nicht so richtig und das Thema wurde immer weiter aufgeschoben. Doch dann scheint es auf einmal zu passen. Ich mache mich im November letztes Jahr selbstständig und arbeite von Hause. Nachdem ich 2 Tage lang das Haus nicht verlassen habe und nur in Jogginghose am Schreibtisch gesessen bin, war der Punkt erreicht. Wenn nicht jetzt, wann dann?

Also wage ich eines Morgens einen Blick in die Kleinanzeigen. Nur mal schauen, dachte ich mir. Tippe Mini Aussie Welpe in das Suchfeld und scrolle durch die Anzeigen bis ich bei einem Bild stoppe (das oben mit seiner Schwester) und mich direkt Hals über Kopf verliebe. Ich rufe Christian an. Der geht nicht ans Telefon. Mist. Panik. Wenn der Welpe schon weg ist… okay ich rufe einfach mal dort an. Am anderen Ende eine sehr nette Frau. Sind alle noch zu haben die auf den Bildern sind, meint sie. Puhhh. Wir könnten am nächsten Tag vorbei kommen meint sie noch und ich höre mich ohne nachzudenken ja sagen. Ja, wir kommen morgen!

Während der Autofahrt ist uns beiden bewusst, wir werden heute einen Hund kaufen. Wie wir uns kennen, müsste schon etwas saublödes passieren, wenn wir uns für keinen von den 8 Wollknäueln entscheiden würden. Und so war es auch. Danach mussten wir nur noch 2 lange Wochen aushalten, bis wir ihn endlich zu uns nach Hause holen konnten.

Warum ein Australian Shepherd?

 

Diese Frage höre ich sehr oft. Und auch: die brauchen aber viel Beschäftigung, viel Zeit, viele Nerven… Das sind doch die Schlauen, die dich versuchen auszutricksen. Die randalieren doch in der Wohnung und dann haben die auch noch einen Hütetrieb. Das ist doch nichts für Anfänger. Und vor allem nicht als Stadthund. In einer kleinen Wohnung…

 

Ich sage dann nur ganz ruhig ja, vieles davon stimmt. Natürlich ist es ein Hütehund und natürlich braucht der auch mehr Beschäftigung als manch andere Rasse. Aber ich habe mich ganz bewusst dafür entschieden. Ich will einen Hund, mit dem ich alles machen kann und der auch auch gerne und mit Freude alles mitmacht. Einen Allrounder eben. Der mich fordert, mit dem ich Sport machen, Schwimmen, Radfahren, Wandern und Frisbee spielen kann. Mit dem ich aber genauso gut kuscheln und einfach mal nichts machen kann. Denn auch das macht einen Hütehund aus. Ruhepausen. Wie das beim Schafe hüten eben auch so ist. Der muss nicht rund um die Uhr beschäftigt werden. Wenn er genug rauskommt, geistig und körperlich gefordert wird, kann der ganz entspannt stundenlang kuscheln und pennen. Und das auch in einer kleinen Wohnung in der Stadt. Denn wo seine Decke liegt, ist dem scheißegal. Am liebsten natürlich, wenn ich in der Nähe bin. Und das bin ich ja. Meistens den ganzen Tag.

Dann war endlich der Tag gekommen. Hundebett, Spielzeug und Näpfe waren gekauft und wir machten uns an einem Samstagmorgen auf den Weg unseren Hund abzuholen. Die Aufregung war groß. Dann halte ich ihn auf meinem Arm. Die Familie verabschiedet sich von ihm. Gibt uns noch einen Sack Futter mit, ein paar Tipps und eine Leine. Dann laufen wir raus. Fitz liegt im Auto ganz ruhig auf meinem Sch0ß und schläft direkt ein. Fast die komplette Fahrt verschläft der Kleine. Bis auf das obligatorische Kotzen bei der ersten Autofahrt. Das nimmt er natürlich mit. Steht ja schließlich auch so in dem Buch, das ich gelesen habe… also macht er das auch.

Das Eingewöhnen bei uns dauerte genau 2 Minuten. Einmal durch die Wohnung schnuppern, das Hundekissen entdecken und sich dort erstmal hinlegen. Hallo ich bin Fitz und ich wohne jetzt hier. Das war ja einfach. In der ersten Nacht überkommt ihn dann aber doch kurze Traurigkeit, als er alleine in einer Box schlafen soll. Also stellen wir die Box kurzerhand bei uns ins Bett und legen unsere Hände mit rein. So schlafen wir ein. Alle drei ganz erschöpft von diesem aufregenden Tag.

Die ersten Wochen

 

Gut, dass ich für die ersten Wochen keine wichtigen Jobs hatte, denn ich komme zu nichts. Die Nächte sind kurz und aufregend, denn ich muss 3 mal in der Nacht raus. Wenn der kleine Fatzke tagsüber schläft, lege ich mich auch kurz hin. Ständig bin ich am wischen und Wäsche waschen, weil er überall hinpinkelt. Bis zu 12 Mal am Tag trage ich ihn die Treppe rauf und runter, damit er sein Geschäft machen kann. Manchmal macht er es, manchmal aber auch nicht. Ständig muss ich ihm jeglichen Müll von der Straße aus dem Maul fischen und bin das eine oder andere Mal völlig verzweifelt. Frage mich immer wieder, ob es das Richtige war, einen Hund in der Stadt zu haben. Erst jetzt fällt mir so richtig auf, was da alles rumliegt und wie laut es ist …

Jetzt kann ich allerdings sagen, dass es sogar gut war, ihn schon so früh an sämtlichen Lärm zu gewöhnen, denn auch der größte Lastwagen und die lauteste Baustelle interessieren ihn kein Stück. Das ‚Aus‘ bei Tempos, Tüten und anderem Mist kann er mittlerweile sehr gut – natürlich immer noch im Tausch gegen ein Leckerli. Er hat schon in der ersten Woche Kontakt zu den unterschiedlichsten Menschen auf der Straße gehabt, ob mit Kopftuch, Bart, Krücken oder Kapuze. Und alle waren freundlich, wollten ihn streicheln so hat er heute mit niemandem ein Problem oder bellt Leute an.

Schon nach einer Woche bin ich mit ihm in die Welpengruppe gegangen und würde das immer wieder so machen. Wenn es ihm zu viel wird, kann er ja auf meinen Arm, meinte die Trainerin. Doch Fitz denkt gar nicht dran und macht jede Übung schon vom ersten Tag an mit. Er ist so neugierig und vertraut mir voll und ganz. Ist bei mir alles gut, ist er auch entspannt. Nach einigen Trainings wird er dort nur noch der Streber genannt und kommt jetzt schon zu den Junghunden. Ich finde es ein bisschen schade, denn umgeben von so vielen Welpen zu sein, fand ich immer super.

Von Anfang an haben wir ihn überall hin mitgenommen. Sei es auf eine Hochzeit oder eine Familienfeier. Auf ein Hüttenwochenende mit Freunden über Silvester und zum Wandern. Wenn es ihm zu viel wird zeigt er das. Wenn er nicht mehr kann, wird er getragen. Natürlich stellt er jede Menge an, wenn er in eine fremde Wohnung kommt. Findet immer was, das er nicht haben darf und stellt alles auf den Kopf. Aber es wird immer besser. Und Autofahren ist auch kein Problem. Der kann 3 Stunden lang im Kofferraum pennen. Bei unserer ersten längeren Fahrt haben wir angehalten, weil wir 2 Stunden lang keinen Ton gehört hatten und dachten, er wäre nicht mehr da…

Fitz im Arbeitsmodus

 

Ja, das ist er sehr oft. Und gerne. Kann es kaum erwarten eine Aufgabe zu bekommen. Futter-Suchspiele in der Wohnung und mittlerweile auch draussen machen ihm riesigen Spaß. Mir übrigens auch. Ich freue mich jedes mal mit, wenn er seinen Futterbeutel hinter einem Baum gefunden hat und ihn mir ganz stolz bringt. Ich verstecke mich auch selbst gerne mal hinter Bäumen, damit er mich suchen muss. Einfach nur über die Wiese laufen machen wir selten während unseren Spaziergängen. Ich versuche immer, etwas spannendes mit ihm zu machen – auch wenn es nur eine kleine Übung ist. Fitz ist dadurch total aufmerksam und blickt sich immer wieder um. Fast als würde er sagen: was machen wir als nächstes Tolles?

Ganz besonders großen Spaß hat er, wenn er mir bei der Wäsche helfen darf. Und ich schreibe ganz bewusst darf, weil er fast beleidigt ist, wenn er mich nicht helfen kann, weil es schnell gehen muss. Aber wenn er dann darf sieht das so aus: er holt jedes Wäschestück ganz vorsichtig aus der Waschmaschine und bringt es mir zum Wäscheständer, damit ich es aufhängen kann. Ganz schön praktisch so ein Hund. Der Nachteil ist allerdings leider, dass er jetzt sehr gerne Wäsche in der Wohnung umherträgt, wenn er was findet. So finden wir abends manchmal mehrere Kleidungsstücke in unserem Bett. Zusammen mit Schuhen, dem Geschirrtuch und seinen Spielsachen… als nächstes bringe ich ihm aufräumen bei. Dann kann er alles was er findet in eine Kiste tragen. Mal sehen wie lange es dauert, bis er das kann.

Wasser ist auch ein ganz großes Thema. Vom ersten Tag an hat er so viel getrunken, dass wir uns schon Sorgen gemacht haben. Ein Check beim Tierarzt ergab allerdings, dass alles in Ordnung ist und er einfach gerne Wasser im Mund hat, der Spinner. Sobald er Wasser sieht, gibt es kein Halten mehr. Würde am liebsten den kompletten Rhein austrinken und stapft einfach rein. Auch die Badewanne hat es ihm angetan. Jedes Mal muss er reinspringen und schauen ob Wasser drin ist. Während ich ihm die Beine sauber mache, trinkt er seelenruhig. Leider hat diese Angewohnheit so seine Folgen. Dass er ständig pinkeln muss nämlich. Ich bin ja mal gespannt, was er am Meer zu Salzwasser sagt.

Seit 3 Monaten ist also immer was los bei uns und wir merken, so ein Hundekind hält einen ganz schön auf Trab. Das macht man nicht mal eben nebenbei, zumindest nicht, wenn man am Ende einen gut erzogenen Hund haben will. So viel Arbeit es auch ist, so viel Freude macht es auch. Wir sind beide ganz verliebt in die kleine Fellnase und können es uns schon jetzt gar nicht mehr ohne ihn vorstellen. Es bleibt spannend, was wir noch so alles erleben werden. Wer mag, schaut gerne mal bei Instagram vorbei, dort gibt es in den Storys immer mal wieder was von #fitzderaussie zu sehen.

 

Ach so. Und weil wir immer wieder gefragt werden, wieso er Fitz heißt. Hier kommt einmal die Auflösung. Christian und ich haben uns in einer Agentur damals kennengelernt und wir Kollegen haben uns die Fizis genannt. Abgeleitet von dem Namen der Agentur. Weil uns diese Zeit so verbindet, habe ich immer gesagt, wenn wir mal einen Hund haben heißt der Fizi. Weil das aber irgendwie bisschen zu niedlich ist für diesen Gauner heißt er Fitz. Nur wenn er gaaaaanz lieb ist, nennen wir ihn Fitzi. Ansonsten gerne auch mal Fitz Gerald (deutsch ausgesprochen – Geeerald).

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